Das RL Interview Billy Horschel
Mit einem strengen Trainingsprogramm und einem Auge für Stil ist der Sieger des FedEx Cup 2014 bereit, noch eins draufzusetzenRL Magazine: Mit welcher Einstellung gehen Sie in die kommende Saison?
Billy Horschel: Das letzte Jahr war offensichtlich das beste Jahr meiner bisherigen jungen Karriere und ich habe ein oder zwei Schritte in Richtung der nächsten Etappe gemacht. Der Sieger zu sein und alles, was damit verbunden ist, war großartig. Im Hinblick auf das Jahr 2015 konzentriere ich mich jedoch darauf, – wie immer – hart zu arbeiten, und versuche dabei, mich in allen Bereichen des Golfsports zu verbessern, sei es Fitness, Kraft, Beweglichkeit oder Kurzspiel. Mein Team und ich müssen das Rad nicht neu erfinden. Wir wissen, dass wir aufgrund unserer Ergebnisse beim FedEx Cup auf höchstem Niveau arbeiten können. Wir versuchen lediglich kleine, kaum merkliche Änderungen vorzunehmen, die es mir ermöglichen, konsistenter zu spielen.
Wie wichtig ist Ihr Trainingsprogramm?
Mein Training im Fitnessstudio war bisher sehr hilfreich auf dem Golfplatz. Ich habe zwei Trainer: Jeff Fronk und Randy Myers. Mit Jeff trainiere ich meine Kraft und mit Randy meinen Körper. Ich habe also zwei hervorragende Jungs, die sicherstellen, dass ich gut in Form bin. Es ist ein durchgehendes Training. Ich mache keine Pausen im Fitnessstudio. Es ist also auch eine mentale Herausforderung, wenn man es zur Hälfte geschafft hat und erschöpft ist, aber bis zum Schluss durchhalten muss. Wenn ich auf den Golfplatz gehe und vor einer Herausforderung stehe, weiß ich, dass ich sie dank meines Trainings im Fitnessstudio überwinden kann. Ich habe bereits an Muskelmasse zugelegt und meinen Körper gestärkt. Im Moment ist mein größtes Problem, dass ich nicht mehr so gelenkig bin, wie ich es gern wäre. Wir arbeiten jedoch hart daran, das wieder zu ändern.
Was sind Ihre besonderen Schwerpunktbereiche beim Training?
Ich stärke meine Beine und achte auf einen starken Rumpf, damit ich einen Golfball weit schlagen und gleichzeitig steuern kann. Ich bin einfach kein gelenkiger Typ. Es ist also schwierig für mich, einen Schwung so zu steuern, wie ich es möchte. Das ist jedoch etwas, woran ich gerade arbeite.
Auf welche Bereiche Ihres Golfspiels konzentrieren Sie sich besonders?
Erstens mein Kurzspiel – Scrambling um das Grün, mehr Konsistenz und mehr Up-and-Downs, um eine durchgehend gute Runde zu haben. Zweitens 75- bis 125-Yard-Golfschläge und drittens größere Distanzen. Ich denke, meine Fitness ist wirklich gut, doch ich bin nicht mehr so wendig und habe damit auch etwas Pep verloren. Wir versuchen also sicherzustellen, dass ich meine Beweglichkeit beibehalte und sie für größere Distanzen steigere.
Bereiten Sie sich auf ein großes Golfturnier anders vor als auf ein typisches Turnier?
Auf das British Open auf jeden Fall. Man muss den Wind berücksichtigen und versuchen, den Golfball kräftiger zu schlagen. Außerdem müssen einige Kurzspielschläge entlang des Golfplatzes gespielt werden. Für das U.S. Open ist es wichtig, den Golfball wirklich gut zu schlagen. Daher ist darauf zu achten, in der vorhergehenden Woche am Schwung und der Neigung des Körpers zu arbeiten, da beim U.S. Open einige 3-Meter-Putts und Par-Putts gespielt werden, bei denen man das Momentum aufrechterhalten muss.
Wie sieht ein turnierfreier Tag bei Ihnen aus?
Ich bin um 7.00 Uhr auf dem Golfplatz und trainiere bis um 12.00 Uhr. Für gewöhnlich umfasst das Training 3,5 Stunden Kurzspiel, Wedges und Putting. Im Anschluss übe ich das Schlagen von Golfbällen. Dann mache ich eine Pause von 12.00 bis 14.00 Uhr und gehe anschließend von 14.00 bis 15.00 Uhr ins Fitnessstudio. Danach spiele ich neun Löcher, wenn ich will, oder nehme mir den Rest des Tages frei.
Golf ist ein Spiel mit Höhen und Tiefen. Was tun Sie, um sich von möglichen Niederlagen nicht unterkriegen zu lassen?
Ich denke, ich muss stark an mich selbst glauben. Wenn ich gut spiele und etwas Derartiges eintritt, bin ich – nun, da ich etwas reifer und klüger geworden bin – in der Lage, mich im Nachhinein nicht zu sehr selbst zu kritisieren und anstatt eines negativen Aspekts die positive Seite zu sehen. Ich war bisher immer in der Lage, mich schnell wieder aufzurappeln und mich etwas Neuem zuzuwenden. Das habe ich vielleicht nicht immer auf einer regelmäßigen Basis getan, aber ich habe das Gefühl, jetzt damit abschließen und mich zukünftig auf das Positive konzentrieren zu können.
Würden Sie sagen, Ihre mentale Einstellung zum Spiel hat sich am meisten verbessert?
Im letzten Jahr hat sich sowohl meine mentale Einstellung als auch mein Golfplatz-Management stark verbessert – diese beiden Bereiche. Dies ist ein Grund, weshalb ich mit Mark Horton [einem Statistiker] zusammenarbeite, der mir dabei geholfen hat, mein Spiel besser zu verstehen und jede Woche auf den verschiedensten Golfplätzen eine Spielstrategie zu entwickeln. Er hat mir außerdem einige gute mentale Tipps gegeben, die mir gedanklich dabei geholfen haben, zu erkennen, dass alles korrekt verlaufen sollte, wenn ich mich an den Spielplan halte. Das ist natürlich nicht immer der Fall. Wenn wir jedoch versuchen, uns an den Spielplan zu halten, verlaufen die Dinge in den meisten Fällen so, wie wir sie wollen.
Sie haben einmal gesagt, dass Sie Träume haben, die in Erfüllung gehen. Können Sie das näher erklären?
[Lacht.] Das ist etwas, das mich schon mein ganzes Leben lang begleitet. Es ist allerdings nicht so, dass jeder Traum, den ich habe, in Erfüllung geht – wahrscheinlich weniger als eine Handvoll. Aber es gab bereits ein paar Situationen, in denen ich etwas gesehen habe und ein Déjà-vu-Erlebnis eingetreten ist. Irgendwann im Januar letztes Jahr habe ich vom FedEx Cup geträumt. Es war ein undeutlicher Traum, aber als die Situation eintrat, konnte ich mich offensichtlich wieder an den Traum zurückerinnern.
War der Sieg beim FedEx Cup im letzten Jahr eine Bestätigung für Sie?
Nein, denn ich weiß, wie gut ich bin. Ich weiß, welche Art von Spieler ich gerade bin und was mich erwartet. Ich weiß, dass ich die Grenze meiner Golffähigkeiten noch lange nicht erreicht habe. Ich bin nicht als Sieger beim FedEx Cup hervorgegangen, um mir selbst etwas zu beweisen. Es war einfach ein unglaublicher Erfolg und ich habe im Alter von 28 finanzielle Ziele und Stabilität erreicht, die ich mir nie hätte vorstellen können. Einige mögen es als das Jahr meines Durchbruchs ansehen, aber ich habe das Gefühl, dass noch größere und bessere Dinge auf mich warten.
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