Die authentische und zeitlose Welt von Ralph Lauren

Ralph Reflektiert

Ralph Lauren blickt in einem exklusiven Interview mit dem RL Magazine zurück auf die Anfänge sowie in die Zukunft von Pink Pony.
Im Jahr 2001 wurde die Polo Ralph Lauren Stiftung gegründet, und seither hat sich viel verändert. Jetzt, da wir uns dem Breast Cancer Awareness Month nähern, spricht Mr. Lauren offen und ehrlich über die Polo Ralph Lauren Stiftung und die Pink Pony Initiative – die Menschen, die deren Erschaffung inspirierten, ihre Hinterlassenschaften und seine persönlichen Ziele für die Zukunft.

RL Magazine: Wann haben Sie Pink Pony ins Leben gerufen und was hat Sie dazu bewegt? 
Ralph Lauren: Vor über 20 Jahren berichtete mir eine enge Freundin, Nina Hyde, Redakteurin bei The Washington Post, über ihre Diagnose Brustkrebs. Sie fragte mich, ob ich irgendwie helfen könnte. Genau wie ich hatte auch Nina unglaublich viele Beziehungen in der Modeszene. Ich nahm also Kontakt zu sämtlichen Geschäftspartnern auf und bat um deren Unterstützung. Zusammen mit Katharine Graham von The Washington Post gründete ich das Nina Hyde Center for Breast Cancer Research im Georgetown Lombardi Comprehensive Cancer Center. Nina hat nur noch den Beginn meines Engagements für sie und gegen ihre Krankheit miterlebt. Sie starb noch im gleichen Jahr, in dem sie auf mich zugekommen war. Sie wurde nur 57 Jahre.

Angetrieben durch unseren Erfolg trommelte ich die Modeindustrie 1994 erneut zusammen, um dem Brustkrebs vereint den Kampf anzusagen. Um internationales Interesse zu wecken, kreierte der Council of Fashion Designers of America eine unglaublich erfolgreiche Kampagne mit dem Namen Fashion Targets Breast Cancer®. Ich entwarf ihr erstes Logo in Form einer Zielscheibe. Ich spürte jedoch, dass ich eine noch persönlichere Aussage tätigen wollte und entwarf anschließend das Pink Pony in Anlehnung an unser ikonisches Polopferd. Im großen Finale unserer Modenschau zur Frühjahr 2002 Kollektion im September 2001 schickte ich die Models im Pink Pony T-Shirt auf den Laufsteg. Es wurde zum Symbol unserer Pink Pony Kampagne.

Wie ist das RL Center entstanden? Warum wählten Sie Harlem als dessen Adresse? 
Diejenige Person, die mich neben Nina Hyde am stärksten inspirierte, meine karitativen Bemühungen auf die Beherrschung dieser schrecklichen Krankheit zu konzentrieren, war Dr. Harold Freeman. Ich traf ihn im Memorial Sloan-Kettering Cancer Center und war sofort überwältigt von seiner Eloquenz, Leidenschaft und Hingabe, all jenen Zugang zu medizinischer Versorgung zu gewähren, die es am dringendsten benötigten. Er sagte mir, dass mangelnde Bildung und unzureichende Zugänglichkeit die größten Hindernisse in der Vermeidung oder Heilung von Krebs in einem frühen Stadium seien. Dr. Freeman bat um Hilfe, und die Zusage der Ralph Lauren Corporation im Jahr 2001, das Ralph Lauren Center for Cancer Care and Prevention zu errichten, ließ nicht lange auf sich warten. Und weil Dr. Freeman mich über die schockierende Wahrheit der ungleichen Verteilung von Krebserkrankungen und Krebsbehandlungen in medizinisch unterversorgten Regionen, insbesondere Harlem, aufklärte, haben wir es in Partnerschaft mit dem Memorial Sloan-Kettering und dem North General Hospital genau dort errichtet.

Ich bin in der Bronx aufgewachsen und erinnere mich genau an diesen einen Moment, als meine Mutter enorme gesundheitliche Beschwerden bekam. Sie war so verängstigt, weil sie nicht wusste, an wen sie sich wenden sollte. Ich hoffe, dass Einrichtungen wie unsere in Harlem anderen Regionen in der Welt ein Vorbild sein kann, Menschen wie meiner Mutter die nötige emotionale und medizinische Hilfe zukommen zu lassen.
 Eine Gruppe von Models, darunter auch Bridget Hall (vorne), präsentiert das erste Pink Pony T-Shirt anlässlich der Modenschau zur Frühjahr 2002 Kollektion von Ralph Lauren im September 2001
Eine Gruppe von Models, darunter auch Bridget Hall (vorne), präsentiert das erste Pink Pony T-Shirt anlässlich der Modenschau zur Frühjahr 2002 Kollektion von Ralph Lauren im September 2001
Pink Pony hat auf so vielen Ebenen so viel erreicht. Seit den Anfängen von Pink Pony im Jahr 2001 in New York ist das Projekt mittlerweile zu einer Initiative in 20 Ländern geworden. Es macht mich so stolz zu sehen, wie es weltweit als unser Beitrag im Kampf gegen den Krebs angesehen wird.
 Model Katia backstage im Pink Pony T-Shirt bei der Modenschau zur Frühjahr 2014 Kollektion von Ralph Lauren im September 2013
Model Katia backstage im Pink Pony T-Shirt bei der Modenschau zur Frühjahr 2014 Kollektion von Ralph Lauren im September 2013
Was war Ihrer Meinung nach bislang die größte Errungenschaft von Pink Pony? 
Pink Pony hat auf so vielen Ebenen so viel erreicht. Seit den Anfängen von Pink Pony im Jahr 2001 in New York ist das Projekt mittlerweile zu einer Initiative in 20 Ländern geworden. Es macht mich so stolz zu sehen, wie es weltweit als unser Beitrag im Kampf gegen den Krebs angesehen wird und Bedürftigen auf der ganzen Welt hilft. Und es macht mich ebenso stolz zu sehen, welche Fortschritte die Menschen im RL Center im Kampf gegen den Krebs jeden Tag machen. Seit seiner Eröffnung im Jahr 2003 hat das Center dank der wundervollen Ärzte und Pfleger, die die medizinische Behandlung nicht nur zugänglich und bezahlbar, sondern auch menschlich machen, ca. 100.000 Patienten und weitere 13.000 Menschen ohne Krankenversicherung aus allen fünf Stadtbezirken behandelt.

Was glauben Sie, welche Rolle Pink Pony im weltweiten Kampf gegen Krebs weiterhin spielen wird? 
Pink Pony wird sein Engagement ebenso wie unser Unternehmen weiterhin weltweit ausdehnen. 25 % der Erlöse aus dem sich ständig verändernden Pink Pony Sortiment bestehend aus Kleidung und Accessoires, das mittlerweile in 20 Ländern der Welt erhältlich ist, gehen an Krebs-Stiftungen. In den USA gehen die Erlöse an den Pink Pony Fund der Polo Ralph Lauren Stiftung und auf internationaler Ebene arbeiten wir mit einem Netzwerk an begünstigten Institutionen zusammen. Es ist unglaublich spannend und inspirierend, dass Pink Pony so viele internationale Organisationen und Partner unterstützt.

Wie fühlt es sich an zu sehen, wie Ihr persönliches Ziel, den Krebs zu bekämpfen, zum karitativen Ziel Ihres Unternehmens und der ganzen Industrie geworden ist? 
Vor über 20 Jahren habe ich eine gute Freundin an den Krebst verloren und ich habe versprochen, alles zu geben, um diese Krankheit zu bekämpfen, die sie damals das Leben gekostet hat. Unseren unglaublichen Fortschritt zu beobachten – und dazu zählt nicht nur, Gelder zur Bekämpfung des Krebs zu sammeln, sondern auch die Menschen zu schulen und zu unterstützen, vor allem jene in medizinisch unterversorgten Regionen, sowie die Patienten in den teilweise isolierenden Behandlung zu begleiten – ist das größte Geschenk überhaupt für mich. Darüber hinaus ist der jährlich stattfindende Pink Pony Walk mit hunderten von Mitarbeitern in New York City ein großartiges Erlebnis für mich. Tausende von Mitarbeitern auf der ganzen Welt gedenken dem Pink Pony Day mittels unzähliger Aktivitäten, um unsere Mission zu feiern und auf unser ganz besonderes Pink Pony Vorhaben aufmerksam zu machen bzw. Spenden zu sammeln.
  • FOTO VON DAN LECCA; MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG DER RALPH LAUREN CORPORATION
  • FOTO VON CARTER BERG; MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG DER RALPH LAUREN CORPORATION