Die authentische und zeitlose Welt von Ralph Lauren

RL – Fragen und Antworten: Ricky Lauren

David Lauren spricht mit seiner Mutter über Familie, Essen und ihre schönsten Erinnerungen aus vier Jahrzehnten am East End von Long Island

Seit über 50 Jahren steht Ricky Lauren als Ehefrau, Muse und Matriarchin der Familie Lauren an Ralph Laurens Seite. Sie selbst ist Fotografin, Malerin und Autorin. Anlässlich der Veröffentlichung ihres gefeierten Buches The Hamptons: Food, Family, and History vor ein paar Jahren setzte sich David Lauren mit Ricky Lauren zusammen und plauderte mit ihr über Erinnerungen aus 40 Sommern auf Long Island. Hier ist eine gekürzte Version dieses Gesprächs zum Muttertag 2020.

David Lauren: Hi, Mom! Wie du dir bereits denken kannst, lautet meine erste Frage: Wer ist dein Lieblingssohn?

Ricky Lauren: Ha! Dylan!

Okay und wer ist dein liebster Zweitgeborener?

[Sie lacht.] Noch besser. Okay. Das bist du.

Danke! Du hast im Laufe der Jahre tolle Arbeit geleistet, um unser Leben seit unserer frühesten Kindheit zu dokumentieren. Warum ist das so wichtig für dich?

Für mich ist es wichtig, ein Erbe zu haben und Traditionen aufrecht zu erhalten. Man muss wissen, wo man herkommt, und von Zeit zu Zeit an diesen Ursprung zurückkehren und sich von der Nostalgie dieser Momente mitreißen lassen. Deshalb habe ich so viele Kinderspielsachen in einem speziellen Schrank aufgehoben, die aus den verschiedenen Lebensphasen meiner Kinder stammen. So habt ihr die Möglichkeit, in eure Kindheit zurückzukehren, und ich hoffe, dass zukünftige Generationen auch Interesse daran haben werden und besser verstehen können, wie ihr aufgewachsen seid. Als Elternteil ist es wichtig, seine eigene Vergangenheit mit seinen Kindern zu teilen. Deshalb habe ich im Laufe der Jahre versucht, euch meine Geschichte zu erzählen. Kinder sollten ihre Eltern und ihre Vorfahren kennen. Aus diesem Grund bin ich mit euch nach Wien gefahren, wo meine Eltern herkommen.

„Für mich ist es wichtig, ein Erbe zu haben und Traditionen aufrecht zu erhalten. Man muss wissen, wo man herkommt, und von Zeit zu Zeit an diesen Ursprung zurückkehren und sich von der Nostalgie dieser Momente mitreißen lassen.“

Wenn mich jemand fragt, was mein wertvollster Besitz ist, dann sage ich oft: „Mein Fotoalbum.“ Das habe ich von dir. Wann hast du angefangen, deine Fotos in Alben zu organisieren? Wann wurde das für dich so wichtig?

Das war schon immer wichtig für mich. Meine Eltern hatten zwei Alben mit nur wenigen Fotos, als sie von Wien nach New York kamen. Sie flohen während des Nazi-Regimes aus Europa [erst] nach China. Diese Fotos waren ihr wertvollster Besitz. Im Laufe der Jahre kamen mehr Bilder von meinen Eltern und von mir als Kind dazu. Sie schätzten, was sie hatten, und waren so glücklich, am Leben zu sein. Deshalb hielten sie diese Momente in Bildern fest. Ich sah mir gerne die Fotos an und lauschte den Geschichten dazu. Das inspirierte mich, es ihnen gleich zu tun. Ich wollte immer, dass meine Kinder das gleiche Erlebnis haben.

Über die Jahre hast du viele Kunstwerke kreiert. Wieso hast du dich für Wasserfarben entschieden und wieso ist diese Aquarellphase in deinem Leben so wichtig?

Ich liebe Wasserfarben. Auf dem reinweißen Papier kommen die Farben so klar und leuchtend hervor – wie bei bunten Kirchenfenstern oder Bonbons!

Vielleicht haben die Farben Dylan [Lauren, Gründerin und Geschäftsführerin von Dylan's Candy Bar] dazu inspiriert einen Süßigkeitenladen zu eröffnen.

Vielleicht! Für mich sind Farben sehr wichtig. Auch beim Essen sollten auf dem Teller viele schöne Farben vertreten sein. Beim Essen zählen nicht nur Geruch und Geschmack, sondern auch das Aussehen. Die Farben sind ein wichtiger Teil des Erlebnisses.

Als dein Sohn habe ich mich immer über die schönen Mahlzeiten gefreut, wenn der Tisch so wunderschön dekoriert war. Das gemeinsame Essen war dank dir immer ein wichtiger Teil unseres Lebens. War das bei dir schon als Kind so oder hast du damit erst nach unserer Geburt angefangen?

Das war für mich schon als Kind so. Gemeinsam am Tisch zu sitzen, war eine sehr wichtige Tradition und immer etwas Schönes für meine Familie. Eine wertvolle Zeit, die man gemeinsam verbringt.

Viele Leute sagen zu mir: „Deine Eltern arbeiten in der Modebranche. Da sind sie sicher viel gereist und du hast sie wahrscheinlich kaum gesehen.“ Und ich sage dann immer: „Nein, das stimmt nicht. Wir haben immer gemeinsam gegessen.“ Das ist für mich einer der Gründe, warum wir so eine enge Beziehung haben.

Da stimme ich dir absolut zu. Wir konnten euch Kinder oft auf unsere Reisen mitnehmen. Wir hatten Glück.

Kannst du mir erzählen, was die Hamptons für uns als Familie bedeuten und wieso ihr euch entschieden habt, dorthin zu ziehen?

Die meiste Zeit leben wir ja in New York City. Die Hamptons sind [rund] 140 Kilometer entfernt. Sie sind gar nicht so weit entfernt, bieten jedoch einen komplett anderen Lifestyle. Entspannt und locker. Man kann sich so viel oder wenig zurückziehen, wie man möchte. Viele Menschen haben nach einem Besuch in den Hamptons mehr Kraft und Lebensenergie. Einige Künstler nennen die Hamptons ihre Muse.

Und wo holst du dir deine Inspiration?

Aus der Natur.

Ich habe dich noch nie interviewt, weil du dich normalerweise eher hinter den Kulissen aufhältst. Aber wenn du in den Vordergrund trittst, wird klar, dass du genauso der Mittelpunkt dieser Familie bist wie Dad. Manchmal merken die Leute nicht, was für einen großen Einfluss du auf jeden in dieser Familie hast.

Vielen Dank. Vielen Dank, David.

  • FOTO VON Ralph Lauren
  • FOTO VON Susan Wood
  • FOTO VON Ricky Lauren
  • FOTO VON Ralph Lauren
  • FOTO VON Ricky Lauren
  • FOTO VON Les Goldberg